Physiotherapie für Hunde

Petra Laumer - Vet.-med. Physiotherapeutin

Die Manuelle Therapie beschäftigt sich mit dem Auffinden und Behandeln reversibler Störungen am Haltungs- und Bewegungsapparat. Es kann mobilisierend, stabilisierend oder schmerzlindernd gearbeitet werden, je nach Befund. Am bekanntesten ist die Manuelle Therapie wegen der Einsatzmöglichkeit zur Behandlung eingeschränkter Bewegungen von Gelenken, beispielsweise nach längerer Immobilisation oder Ruhigstellung.

Um die Therapie zu unterstützen, werden unterschiedliche Geräte eingesetzt: Physioball, Wackelbrett, Trampolin, Stepper, Cavaletti, Pylonen.
Die Geräte unterstützen gezielt bei:

  • der Anbahnung eines physiologischen (normalen) Gangbilds
  • Muskelaufbau
  • Stabilisation
  • Koordinationstraining
  • Propriozepsis-Training (Körperwahrnehmung)
  • Muskelaufbau

So kann ein besseres Gangbild und damit ein koordinierter Bewegungsablauf des Hundes erreicht werden, was wiederum bessere Belastung und weniger Schmerzen bedeutet.

Beim Streching geht der Therapeut nur bis zum Ende der aktuellen Bewegung. Durch das endgradige Halten kommt es zu einem Nachgeben der Weichteilstrukturen. Das Bewegungsausmaß kann sich in kleinen Schritten langsam vergrößern.

Bei der Thermotherapie wird zwischen Wärme- und Kältetherapie unterschieden.
Wärme kann durch z.B. Rotlicht oder Heiße Rolle zugeführt werden. Die Durchblutung wird angeregt, wodurch Muskelverspannungen gelöst und Schmerzen gelindert werden. Bei degenerativen Erkrankungen (z.B. Arthrose) mit Schmerzen und vor oder nach einer physiotherapeutischen Behandlung wende ich Wärme bei Ihrem Hund an.

Zu den Anwendungsgebieten der klassischen Massage zählen vor allem Muskelverspannungen, Muskelverhärtungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Es können aber auch erkrankte innere Organe günstig beeinflusst werden. Weitere Behandlungsfelder sind Lähmungen, Sensibilitätsstörungen und schmerzhafte Nervenerkrankungen.

Die klassische Massage besteht aus verschiedenen Grifftechniken und fördert die Durchblutung von Haut, Unterhaut und Muskulatur. Sie bewirkt eine Beschleunigung der Lymphflüssigkeit. So ist die Massage eine Therapieform vor allem zur Schmerzlindung, Verbesserung von Muskel- und Gelenkfunktionen und damit zum Wohbefinden Ihres Hundes.
Neben der klassischen Massage gibt es eine Reihe anderer Techniken, die ich bei meiner Behandlung einsetze.

Hier kommen verschiedene Massage- und Entspannungstechniken zum Einsatz. Stressgeplagte oder ängstliche Hunde werden entspannt und bekommen ein besseres Körpergefühl. Ebenso wie Hunde aus dem Tierschutz. Auch als Prophylaxe oder für ältere Hunde ist eine regelmäßige Massage sehr zum empfehlen.

Aktive Bewegungstherapie: sorgt für Muskelaufbau, schult Gleichgewicht und Koordination und dient zur Mobilisation oder Stabilisation der Gelenke. Zum Einsatz kommen Geräte wie Stangen, Physiobälle, Trampolin und Stepper, um die Krankengymnastik zu intensivieren.

Passive Bewegungstherapie: findet Anwendung bei eingeschränkter Gelenkbeweglichkeit, nicht voll belastungsfähiger Gliedmaße oder degenerativen Gelenkerkrankungen (z.B. Arthrose). Die Gliedmaße wird vorsichtig gebeugt und gestreckt, um so einen natürlichen Bewegungsablauf zu trainieren. Zusammen mit Dehnungen, die Verklebungen von Muskelfasern lösen und die Elastizität von Gelenkkapseln und Bändern verbessern, wird die Voraussetzung zum Muskelaufbau geschaffen.

Speziell bei Lähmungserscheinungen (z.B. nach einem Bandscheibenvorfall) ist es wichtig, die Koordination der Gliedmaßen wieder herzustellen. Dies erfolgt durch spezielle Behandslungsgriffe und Geräte.

Die Transkutane Elektrische NervenStimulation, kurz TENS, ist eine Therapieform, die vor allem bei akuten und chronischen Schmerzzuständen eingesetzt wird, z.B. bei Arthrose, Spondylose, Bandscheibenvorfällen, Muskelverspannungen und nach orthopädischen Operationen.
Akute Beschwerden verschwinden oft schon nach wenigen Behandlungen. Bei chronischen Schmerzen dagegen muss die Elektrotherapie länger durchgeführt werden. Durch Klebeelektroden auf der Haut werden elektrische Impulse gesendet, die das Schmerzsignal zum Gehirn hemmen. Außerdem kommt es zur Ausschüttung von Endorphinen, was zu einer weiteren Schmerzreduzierung führt. Die Reizstromtherapie kann unterstützend zur Regenaration von Nervengewebe beitragen und so einem schnellen Muskelabbau entgegenwirken.


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